Uxmal von Blue Orange

Teotihuacan light

Pyramide aus dem Brettspiel Uxmal von Blue Orange Games

Das Spiel Teotihuacan von Board & Dice hat mich letztes Jahr sehr begeistert. Ein fantastisches Kennerspiel mit Würfel-Placement. Blue Orange ist für den Sektor leichte Familienspiele zuständig und hat kürzlich UXMAL auf den Markt gebracht.

Dort schlüpfen 2 – 4 Spieler in die Rollen von alten Maya Priestern. Unser Ziel: Die Maya-Pyramide von Uxmal ausbauen und die ehrwürdigen Tiergötter huldigen. Dafür gibt es Punkte. Die meisten davon führen am Ende zum glorreichen Sieg und bringen eine lebenslange Tierpatenschaft. So munkeln es die Götter jedenfalls.

Die kurze Regel ist schnell verinnerlicht. Zwischen 4 Aktionen kann nun jeder teilnehmende Spieler nach und nach wählen. Gespielt wird in 3 Phasen, bis das riesige Maya-Bauwerk vollendet ist. Am Ende jeder Phase gibt es eine Wertung der drei beliebtesten Tiere, die den Spielern Punkte bringen. Jeder möchte Tierkarten auf der Hand haben, von den Tieren, die am Ende der Phase auch gewertet werden. Die kurze Regel ist schnell verinnerlicht. Zwischen 4 Aktionen kann nun jeder teilnehmende Spieler nach und nach wählen.

Die 4 Aktionen von Uxmal sehen wie folgt aus:

Ein Pyramidenplättchen verbauen und dadurch wichtige Tiergötter-Karten erhalten. Einen Priester aus dem Vorrat auf die Pyramide setzen, einen Priester, der bereits auf der Pyramide steht, bewegen oder die Beliebtheit der Tiergötter durch das Abwerfen von Karten beeinflussen.

Beim Verbauen der Plättchen verhält es sich wie bei der zentralen Pyramide bei Teotihuacan. Ein gleiches überdecktes Tiersymbol bringt uns die passende Tierkarte. Mit passenden Tierkarten können wir im Anschluss entweder Tiergötter manipulieren, damit andere Spieler bei der Wertung schlechter dastehen oder wir sammeln selbst genug Karten einer Sorte, da dieses Tier gerade ganz hoch im Wertungskurs steht.

Nach Phase 3 und erfolgreicher Errichtung der Pyramide, endet das Spiel und der Priester mit den meisten Punkten gewinnt. Straight forward und ein durchaus nettes Spiel für Zwischendurch mit einem netten Manipulations-Faktor. Die Aktionen gehen fix, es entsteht kaum Grübelzeit und dennoch bleibt das ein oder andere Quäntchen übrig zum Taktieren. Vielspieler nutzen Uxmal zum gemütlichen Ausklang eines Spieleabends oder zum Einstieg vor einer Partie Teotihuacan. Wenigspieler fangen am besten mit Uxmal an, bevor sie sich an das Strategiespiel von Board & Dice heranwagen 🙂

  • Verlag & Spieleautor

    Eloi Pujadas, Blue Orange

  • Spieleranzahl & Spieldauer

    2 – 4 Spieler, ca. 30 Minuten

  • Art des Spiels & Thema

    Familienspiel, abstrakt, Bauen, Setcollection, Manipulation

FAZIT

Ein schönes leichtes Familienspiel für Zwischendurch mit kleinem Ärgerfaktor und nettem Kartenmanipulations-Mechanismus.

Das Familienspiel Ninja Night

Ein misslungener Drahtseilakt

Spielfiguren aus dem Brettspiel Ninja NIght von Blue Orange

In den 6 Minuten vor Mitternacht ist eine ganz besonders gute Zeit für räuberische Ninjas um auf Beutezug zu gehen. In diesem Zeitraum spielt „Ninja Night“ das Familienspiel vom französischen Verlag Blue Orange. Das Spiel ist frisch nach der SPIEL 19 erschienen und sprachneutral. Öffnet man die Spielschachtel offenbart sich eine ganze Menagerie an Plastikhäusern, die nach und nach auf dem Runden Spielplan platziert werden. Auf den Häuserdächern werden Beutechips verteilt. Jeder der 2 – 4 Spieler schnappt sich eine Spielerfigur und ein passendes Aktions-Rädchen und ein Rucksacktableau für die Beute. Und schon geht’s los! Per Aktionsrad selektiert man was man mit seinem diebischen Ninja-Kämpfer gerne tun möchte. Ziel des Spiels ist es, soviel Beute wie möglich einzuheimsen und zum besten Ninja des ganzen Landes gekürt zu werden. Gleichzeitig offenbaren alle Spieler ihre gewählten Aktionen und reihum führen die Spieler diese dann aus. Im Kern geht es darum von Haus zu Haus zu springen und Beutechips zu erbeuten. Doch einfach seine Figur von Plastikhaus zu Plastikhaus zu schieben wäre ja zu einfach.

Deshalb hat man sich bei Blue Orange im Playtestlabor für das Hangeln von Haus zu Haus einen Twist überlegt. Möchte man sich auf ein anderes Haus bewegen so tut man dies mit einer Schnur – richtig gehört – mit einem Stück Schnur müssen wir per Augenmaß einschätzen wie weit die Entfernung zum nächsten Haus wohl sein wird. Dann stellt man die Länge der Schnur ein und legt die Schnur zwischen die Distanz, die es zu überwinden gilt. Passt die Entfernung, darf der Ninja auf das nächste Haus bewegen und dann im nächsten Schritt Beute stehlen. Weiterhin gibt es Aktionen wie Heilen oder Gegner angreifen. Auch dieser Akt passiert mit einer Schnur. Ich persönlich hätte mich nach den ersten 5 Minuten des Spiels gerne mit der Schnur stranguliert, um dem Spiel zu entkommen… Ninja Night ist bestenfalls eine Beschäftigung aber in unseren Augen kein Spiel. Für Familien mag es eine nette Unterhaltung sein. Die Regeln sind leicht zu erlernen, das Material wirklich schön und Kinder haben an den hübschen Spielfiguren und den Schnüren sicher ihren Spaß und umtriebige Mütter und Väter können aus dem „Entfernung abschätzen“ bestimmt noch einen edukativen Aspekt rausschlagen. Ich für meinen Teil hatte nach dem Spiel mit der eigentlichen Herausforderung zu kämpfen: Alle Plastikhäuser wieder in die Schachtel zu bugsieren… Das aufgebaute Spiel eignet sich außerdem hervorragend als Dekoration zur nächsten „Ninja Party“. Die feiere ich dann aber mit reichlich Reis-Schnaps und ohne Schnüre.

  • Verlag & Spieleautor

    Jean Philippe Sahut, Blue Orange

  • Spieleranzahl & Spieldauer

    2 – 4 Spieler, ca. 30 Minuten

  • Art des Spiels & Thema

    Familienspiel, Ninjas, Geschicklichkeit, Aktions-Selektion

FAZIT

Ein überproduziertes Familienspiel, welches bestenfalls eine Beschäftigung ist, aber kein Spiel. Für fortgeschrittene Spieler auch als lustiger Absacker viel zu platt und unspannend.